Krapfen mit Parisercreme
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Krapfen mit Parisercreme
Krapfen – Ein goldener Klassiker deutscher Backtradition seit dem Mittelalter
Wenn in deutschen Küchen der Duft von heißem Fett, Vanille und frisch gebackenem Hefeteig in der Luft liegt, beginnt eine Tradition, die weit bis ins Mittelalter zurückreicht. Der Krapfen gehört zu den ältesten überlieferten Backwaren im deutschsprachigen Raum und ist bis heute untrennbar mit der Faschings- und Karnevalszeit verbunden.
Schon früh erkannten Bäckerinnen und Bäcker, dass reichhaltiger Hefeteig, in Fett ausgebacken, nicht nur sättigend war, sondern auch ein festliches Zeichen setzte. In Zeiten, in denen Zucker, Eier und Butter kostbar waren, stand der Krapfen für Genuss, Wohlstand und Übergang – vom kargen Winter hin zur bevorstehenden Fastenzeit.
Gebäck mit vielen Namen – und einer gemeinsamen Seele
Ob als Krapfen, Berliner, Pfannkuchen oder Fastnachtsküchle: Die regionale Vielfalt spiegelt die kulturelle Bedeutung dieses Gebäcks wider. Trotz unterschiedlicher Namen bleibt der Kern gleich – ein luftiger Hefeteig, goldbraun ausgebacken, oft gefüllt und stets mit einer gewissen Feierlichkeit serviert.
Im Mittelalter wurden Krapfen noch schlicht genossen, häufig ungefüllt oder mit Honig verfeinert. Erst mit dem zunehmenden Zugang zu Zucker und Konfitüren entwickelten sich die süßen Varianten, die wir heute kennen. Damit wandelte sich der Krapfen vom einfachen Sattmacher zum Symbol des genussvollen Überflusses vor der Fastenzeit.
Fasching, Karneval und die Kunst des bewussten Genießens
Die Verbindung zwischen Krapfen und Karneval ist kein Zufall. Traditionell wurden vor der Fastenzeit alle verderblichen Zutaten aufgebraucht – Milch, Butter, Eier. Der Krapfen vereinte sie alle in einem Gebäck und wurde so zum kulinarischen Höhepunkt närrischer Tage.
Bis heute steht er für:
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ausgelassene Geselligkeit
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handwerkliche Backkunst
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regionale Identität
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bewussten Genuss im Rhythmus des Jahres
Gerade in modernen Küchen erlebt der Krapfen eine Renaissance: klassische Formen treffen auf neue Füllungen, internationale Einflüsse und kreative Präsentationen. Dabei bleibt seine Seele stets dieselbe – warm, einladend und traditionsbewusst.
Tradition neu interpretiert
Der zeitgemäße Krapfen verbindet Geschichte mit Innovation. Ob puristisch bestäubt oder fein gefüllt – er erzählt immer eine Geschichte von Handwerk, Jahreszeiten und gemeinschaftlichem Feiern. In Kochbüchern steht er heute nicht nur als Rezept, sondern als kulturelles Erbe, das Generationen verbindet.
Krapfen mit Parisercreme
Kategorie: Gebäck / Weihnachtsbäckerei / Fasching / zum Kaffee / Party / Buffet
Schwierigkeitsgrad: Mittel
Portionen: 8 Krapfen
Zubereitungszeit: 1 Stunde 30 Minuten
Koch-/Backzeit: 20 Minuten
Utensilien:
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Große Rührschüssel
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Handmixer oder Küchenmaschine
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Nudelholz
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Ausstecher (ca. 7 cm Durchmesser)
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Frittier- oder Bratpfanne
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Küchenthermometer
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Spritzbeutel mit kleiner Tülle
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Sieb
Zutaten:
Für den Krapfenteig:
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500 g Mehl
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70 g Zucker
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1 Prise Salz
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1 Würfel frische Hefe (42 g)
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250 ml lauwarme Milch
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80 g Butter, weich
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2 Eier
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Öl zum Frittieren
Für die Parisercreme:
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250 ml Milch
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1 Vanilleschote
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3 Eigelb
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50 g Zucker
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20 g Mehl
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200 ml Sahne, steif geschlagen
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1 EL Rum oder Vanilleextrakt
Zum Verzieren:
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Puderzucker
Himmlisches zum Kaffee:
Schritt für Schritt Zubereitung:
1. Hefeteig vorbereiten:
Ich löse die Hefe in der lauwarmen Milch auf und rühre einen Teelöffel Zucker hinein. Nach 10 Minuten sollte die Mischung leicht schäumen. In einer großen Schüssel Mehl, Zucker und Salz vermischen. Dann die Hefemischung, Eier und weiche Butter hinzufügen. Ich knete den Teig 8–10 Minuten, bis er geschmeidig und elastisch ist. Danach decke ich ihn ab und lasse ihn an einem warmen Ort 45 Minuten gehen, bis er sich verdoppelt hat.
2. Krapfen formen:
Wenn der Teig aufgegangen ist, rolle ich ihn auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick aus. Mit einem runden Ausstecher steche ich Kreise aus. Die Ränder glatt streichen und die Teiglinge nochmals 15 Minuten ruhen lassen.
3. Frittieren:
Ich erhitze das Öl in einem Topf auf 170 °C (mit Thermometer prüfen). Die Krapfen portionsweise 2–3 Minuten pro Seite goldbraun frittieren. Danach auf Küchenpapier abtropfen lassen.
4. Parisercreme zubereiten:
Ich erhitze die Milch zusammen mit der Vanilleschote (ausgekratzt) langsam. In einer Schüssel Eigelb, Zucker und Mehl verrühren. Wenn die Milch heiß ist, gieße ich sie langsam unter Rühren zu den Eiern, zurück in den Topf und erhitze alles unter ständigem Rühren, bis es andickt. Die Creme abkühlen lassen, dann die steif geschlagene Sahne vorsichtig unterheben und mit Rum oder Vanilleextrakt verfeinern.
5. Krapfen füllen:
Ich fülle die Parisercreme in einen Spritzbeutel. Mit einer kleinen Tülle steche ich vorsichtig ein Loch in die Seite der Krapfen und spritze die Creme hinein. Mit Puderzucker bestäuben und leicht abkühlen lassen.

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